Achtung: Für Übersetzungsfehler wird keine Haftung übernommen. Leider konnten wir für die Übersetzungen keinen Muetterschprochler  bekommen. Daher wurden sie von einem kasachischen Dolmetscher übernommen, der an der VHS den Kurs "Badisch in drei Stunden" erfolgreich belegt hatte.        

Wer mir sind (Wer wir sind) 

So! Des sind mir etz also:

 

Mir schpieled bei dä Kischtähocker (-rocker) zu dritt. Alle drei im beschtä Altor, lebenserfahrä abor noit lahmarschig.

( So das sind wir jetzt also. Nachdem sonst niemand bereit war sich zum Affen zu machen, spielen wir halt nur im Trio. Wir haben alle unseren Zenit leider schon überschritten, erste demente Anzeichen paaren sich mit nachlassender Leistungsfähigkeit.)

Oliver Kuppel

Olivor (Oliver):  

Er isch z’ Wahlwies uffgwachsä und groß worä. Do hät er sich au 's Gitarrespielä beibrocht.

(Nach einer schweren Kindenheit in den Slums von Chicago, wo er täglich 17 Stunden den Blues auf einer Zigarrenkisten-Gitarre spielen musste, ist er von philippinischen Menschenhändlern nach Südostbaden verschleppt worden. Hier fristet er seither sein Dasein.)

Schaffä duet er innere Verwaltung aber nebeher macht er halt saugern Musik. B'sunders bei dä Kischtähocker.

(Nach einer verpatzten Karriere als Nacktputzer folgte der gesellschaftliche Abstieg. Mit Gelegenheitsjobs als Musiker hält er sich gerade so über Wasser. Bei den Kistenhockern genießt er den Status der Duldung. Zudem gibt er des öfteren Anlass zu philosophischen Diskussionen wie z.B.: "Weshalb tut Gott uns das an?")

Er schpielt meischdens uf dä Katzädärm und singt, dass im Deifl graust. (Er spielt meist die Gitarre. Wenn er dazu singt, bleibt kein Auge trocken - was aber vorwiegend an seiner feuchten Aussprache liegt. Gelegentlich wird er von namhaften, regionalen Industrieunternehmen engagiert -als Sirene bei Werkschutzübungen. Naja, er ist jung und braucht das Geld… ).

Gerald Benz

Gegges (Gerald)

Er isch ä richtiges badisches Urge- wächs. (Geboren auf Guadeloupe, musste er nach einer verlorenen Präsidentschaftskandidatur das Land fluchtartig verlassen. Er wählte dazu den Seeweg und schwamm durch Atlantik, Nordsee, Rhein, Bodensee, die Stockacher Aach hinauf (was ihm zwar einen Eintrag ins Rekordebuch sicherte) wo er aber in einer Bachschleife bei Wahlwies verfrüht und unvorbereitet stoppen musste. Durch bestechende Argumente (in Form von soliden Solinger Stahlwaren) gelang es ihm, sich hier eine Unterkunft zu verschaffen und seinen Lebensunterhalt mit dem Anbau von halluzinogenem Spargel zu bestreiten (er bestreitet das zwar aber es stimmt). So! Und jetzt haben wir ihn halt… (Ausruf eines Schöffen bei seiner Jugendgerichts-verhandlung).)

Handwerklich g’schickt, hät er sogar ämol Inschtrumentä-macher glehrt. (Die akademische Fachwelt wurde bereits  früh auf ihn auf- merksam. Besondere Beachtung fand seine wissenschaftliche Untersuchung, wo- nach die Darmflöte keineswegs den Holzblas- sondern, (aufgrund ihrer Verwandt-schaft mit der Arschgeige) vielmehr der Gattung der Streich-(enlassen)instrumenten zuzuordnen ist. Erst spät jedoch wurde er hierfür mit einer Honorarprofessur an der ursauler Hochschule für angewandte Agrargynäkologie geehrt.)

Er schpielt alle meglichä Inschtrumente und singt au däzue. Bsunders guet singt er laut. Begleitä duet er sich und uns mol mit dä Bassgiigä, mol mitere Tuba oder ä vekümmerte Gitarrä, mit dä Klampfä, es sind abor au Goschähobel oder Saxofon meglich. (Er leidet an akuter Hyperaktivität. Dies begründet auch seine mangelnde Entscheidungskompetenz. Er wechselt daher ständig und ohne Vorwarnung zwischen den Instrumenten. Mal Bassgitarre, mal Großblech, Ukulele, Gitarre, aber auch Mundharmonika oder Saxophon nutzt er für seine gezielten und durch die Genfer Konventionen eigentlich verbotenen Foltermethoden.)

Marcus Müller

Matze (Marcus)

Dä Marcus isch im wahrschtä Sinn vum Wort schlagfärtig. Er isch ä symbadischs Birschle wo au granatäluschdig si ka.

(Marcus ist schon früh auf die schiefe Bahn geraten. Da er als Kind kugelrund war, ist er diese logischerweise heruntergerollt. Nach fünf erfolglosen Einträgen ins Klassenbuch, wegen Biertrinken im Unterricht, wurde er zu 50 Jahren sibirischem Arbeitslager mit anschließender Sicherungs-behaarung verdonnert. Von dort wurde er jedoch umgehend zurückgeschickt mit dem Kommentar „Auch wir nehmen nicht alle“. Später gründete er in Wanne-Eickel ein Strumpfwaren- und Wäschegeschäft mit eigener Weißstickerei. Dieses ging jedoch aufgrund einer Fehlinvestition in die Insolvenz. Eine Großbestellung von 2 Containern mit alter Brüsseler Spitze stellte sich nach Zahlung und Lieferung als vergammelter belgischer Tafelspitz heraus. Von diesem Schock hat er sich nie richtig erholt und reagiert seither auf Ansprache aggressiv und mit hysterischem Lachen.)

Bi dä Kischtähocker (-rocker) schpielt er 's Katschon . Des isch so ä Holzglump wo sich a’hert grad wie ä Trumml.

(Ursprünglich spielte er bei den Kistenhockern die Harfenzither. Nach jahrelanger Suche gelang es ihm –zum völlig überhöhten Preis von zwanzigtausend tunesischen Dinaren- eine historische Barockzither aus dem Hause Stradiwahri zu erstehen. Bei der anschließenden Freudenfeier verwechselte er, nach dem hastigen Genuss von 3 Litern Kümmerling-Bowle, den geöffneten Instrumentenkoffer mit der Toilette. Das Instrument konnte nicht mehr gerettet werden. Geblieben ist ihm jetzt nur noch der leere Instrumentenkoffer (einer Holzkiste ähnelnd) auf dem er lustlos und frustriert herumklopft.)

Er trummelt halt viehmässig gern. Und er singt au richtig guet!

(Sein Bewährungshelfer hat ihm geraten, seine Aggressionen besser an Gegenständen auszulassen und so ist er beim Schlagzeug geblieben. Nach der letztjährigen, erfolglosen Aufnahmeprüfung im Kindergartenchor, hat er zudem Nachhilfe bei Bob Dylan erhalten und synchronisiert mittlerweile Horrorvideos und Heintje-Filme.)